Wie flüssiges Gold: Gesichtsöle

Einen strahlenden und makellosen Teint, bei dem selbst Königin Kleopatra vor Neid erblassen würde. So oder so ähnlich wünschen sich wahrscheinlich die meisten von uns ihr Gesicht. Die Haut ist unsere Barriere nach außen und somit permanent der Umwelt ausgesetzt. Ob Wind, Wetter oder Umweltschmutz, unsere Haut muss einiges aushalten und immer wieder mit neuen Bedingungen zurecht kommen. Neben der richtigen Ernährung und gesundem Lebenswandel kommt es immer mehr auf die richtige Pflege an. Ein nicht mehr unbekanntes Beauty-Geheimnis sind Gesichtsöle. Sie tragen dazu bei, dass unsere Haut trotz aller Widrigkeiten wunderbar geschmeidig bleibt.

Wie funktionieren Gesichtsöle genau?

Generell kann man zwischen naturkosmetischen Ölen und Gesichtsölen mit einem Paraffin-Anteil unterscheiden. Also solchen, die nur auf pflanzlichen Ölen basieren, wie Mandel- oder Jojobaöl – und jene, die einen Mineralöl-Bestandteil (Paraffine) beinhalten. Letztere eignen sich vor allem, um die Haut vor schädlichen Einflüssen zu schützen, da sie weniger in die Haut eindringen, sondern vielmehr einen Schutzfilm auf ihr bilden. Paraffine fühlen sich fettig an, haben keinen Eigengeruch, sind farb-, und geschmacklos und lösen sich nicht in Wasser. Sie sind außerdem deutlich günstiger als pflanzliche Fette und Öle, halten sehr lange und können besonders gut mit anderen Fetten und Wachsen kombiniert werden. Sie sorgen für den Glanz des jeweiligen Produktes und verleihen ihm eine angenehme Konsistenz. Allerdings werden Paraffine aus Rückständen bei der Destillation von Erdöl gewonnen und hauptsächlich als Schmierstoffe für Motoren und technische Geräte eingesetzt. Ein sehr fragwürdiger „Allrounder“ also.

Gesichtsölblasen

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In Sachen Pflege und Gesundheit haben pflanzliche Öle eindeutig die Nase vorn. Chemisch betrachtet sind sie sogenannte Triacylglyceride (Verbindungen aus Glycerin, einem Molekül das in der Kosmetik auch gerne als Feuchthaltemittel eingesetzt wird, und Fettsäuren.). Das Glycerin geht dabei mit drei Fettsäuren eine Verbindung zu den Triacylglyceriden ein. Die Fettsäuren in Triacylglyceriden unterscheiden sich wiederum in ihrer Länge und in der Anzahl der Doppelbindungen, die sie enthalten. Sind keine Doppelbindungen vorhanden, sondern alle Bindungen mit Wasserstoffatomen „abgesättigt“, handelt es sich um eine gesättigte Fettsäure. Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen nennt man „ungesättigt“. Und genau die wirken sich positiv auf die Hautpflege aus.

Bei Pflanzenölen wird gelegentlich zwischen trockenen Ölen und nicht-trockenen Ölen unterschieden. Trockene Öle ziehen schnell und vollständig in die Haut ein. Nicht-trockene Öle sind reichhaltiger und ziehen langsamer in die Haut. Wichtig bei der Wahl des richtigen Gesichtsöls ist der jeweilige Hauttyp. Denn entgegen der weitläufigen Meinung sind Gesichtsöle definitiv auch für fettige Haut geeignet. Im Gegensatz zu den meisten klassischen Crémes (keine Naturkosmetik) beinhalten Gesichtsöle außerdem keine künstlichen Füllstoffe wie zum Beispiel allergieauslösende Duftstoffe, Parabene, Tenside oder Aluminium.

Auf die inneren Werte kommt es an

Wer sich in diesem Zusammenhang übrigens schon mal die Frage gestellt hat, was „komedogene“ Inhaltsstoffe sind und was dahinter steckt – hier die Antwort: Das Wort „komedogen“ leitet sich von dem Fachbegriff für Mitesser, „Komedo“, ab. Diese entstehen, wenn Talgdrüsen verstopfen und der Hauttalg sich darin anstaut. Entzündet sich der Mitesser, entstehen Pickel. Für die verstopften Drüsen können demnach unter anderem die Produkte verantwortlich sein, die wir bei unserer täglichen Beauty-Routine verwenden. Die Komedogenität jedes kosmetischen Inhaltsstoffs bewegt sich dabei auf einer Skala zwischen 0-5. Hier gilt: Je niedriger, desto weniger komedogen. Doch Vorsicht, die Angabe „nicht komedogen“ bedeutet nicht automatisch, dass das jeweilige Produkt auch bei entzündeten Pickeln hilft. Um diese zu behandeln, benötigt man Produkte mit antibakteriellen Wirkstoffen. Zu den nicht oder nur schwach komedogenen Wirkstoffen zählen beispielsweise Squalan, Arganöl, Hanf-, Traubenkern- und Jojobaöl, sowie Auszüge aus Ringelblume. Zu den stark komedogenen Inhaltsstoffen gehören Silikone, Paraffine, Palmöl, Algenextrakte, Vaseline, Kakaobutter, sowie Kokos-, Oliven- und Nachtkerzenöl.

Komedogene Wirkstoffe lösen aber nicht automatisch bei jedem Anwender Unreinheiten aus. Pauschale Empfehlungen sind in diesem Bereich tatsächlich nur eingeschränkt möglich. Der Grund: Der persönliche Hauttyp spielt bei der Entwicklung von Pickeln und Co. eine wesentliche Rolle. So reagieren fettige und unreine Haut häufig schon auf leicht komedogene Wirkstoffe mit Mitessern. Reife oder trockene Haut verträgt dagegen selbst stark komedogene Wirkstoffe problemlos. Aus diesem Grund sollte man seinen Hauttyp vor der Anwendung eines Gesichtsöls möglichst genau bestimmen. Danach weißt du, welche Art der Pflege für deine Haut die richtige ist.

Gesichtsöle für empfindliche Haut

Empfindliche Haut reagiert schnell mit Irritationen und Rötungen. Ihr sieht man Sonne und Kälte, aber auch neue Beauty-Produkte und Stress sofort an. Ziel der Pflege empfindlicher Haut ist es, die natürliche Hautschutzbarriere zu stärken. Gesichtsöle für diesen Hauttyp enthalten häufig folgende Öle:

AprikosenkernölMandelölJohannisbeersamenölKameliensamenölAvocadoölRingelblumenölBorretschsamenöl

Gesichtsöle für trockene Haut

Gerade für trockene Haut sind Gesichtsöle Gold wert. Sie enthalten essentielle Fettsäuren und Lipide, die in die Lipidschicht der Haut integriert werden. Dadurch können Pflanzenöle Feuchtigkeit länger speichern als normale Feuchtigkeitscremes. Folgende Öle sind bei trockener Haut ideal:

ArganölGranatapfelölMandelölMacadamianussölNachtkerzenölAvocadoöl

Gesichtsöle für fettige und unreine Haut

Wer eine Mischhaut hat oder zu fettiger Haut neigt, hat oft Unreinheiten. Daher sollte man auf Beauty-Produkte verzichten, die die Poren zusätzlich verstopfen. Viele denken, dass Gesichtsöle wegen ihrer fettiger Konsistenz genau das bewirken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Viele Öle, zum Beispiel Emu-Öl unterstützen Problemhaut sogar, da sie entzündungshemmend wirken und so Pickel schneller abheilen lassen. Diese Gesichtsöle sind nicht oder nur sehr leicht komedogen und sind somit bestens geeignet für diesen Hauttyp:

ArganölDistelölHanfölJojobaölSonnenblumenölTraubenkernöl

Gesichtsöle richtig anwenden

Gesichtsöle sind in der Anwendung denkbar einfach. Sie können als tägliche Gesichtspflege oder auch als abendliche Hautkur verwendet werden. Und so geht’s: Auf die noch feuchte Haut einfach ein paar Tropfen Öl verteilen und sanft einmassieren. Wer noch etwas mehr Pflege braucht, trägt danach zusätzlich seine gewohnte Feuchtigkeitspflege auf. So steht dem Traum-Tein nichts mehr im Wege!